eigenkompositionen aus jazz, osteuropäischer folklore, blues und populären stilen und die verwendung seltener jazz-instrumentarien wie bumbass, sirene und horn prägen das programm der „neuen bauhauskapelle“, die im jahr 2007 von den musikern der top dog brass band gegründet wurde.
die „neue bauhauskaplle“ ist eine hommage an die hauskapelle des historischen bauhauses, die als eine verrückte jazzband galt. dennoch gibt es nicht viele zeugnisse von ihrer musik. zeitzeugen bezeichneten ihre auftritte als ausbrüche kreativer spielfreude. man spielte und experimentierte mit den vorhandenen musikgenres – von der folklore über den jazz, von radiohits bis zur klassik.
ihren ersten auftritt auf der bauhausbühne hatte die „neue bauhauskapelle“ am 1. september 2007 während des 10. farbfestes der stadt dessau-roßlau und der stiftung bauhaus dessau. die idee zu einer „neuen bauhauskapelle“ als einen beitrag der top dog brass band zum fest, entwickelten burghard duhm / stiftung bauhaus dessau und matthias peuker von der top dog brass band. als gast für das musikalische projekt holte sich die top dog brass band den musiker und kirchenorganisten stefan graser in die besetzung der band hinzu.
besetzung:
marc hartmann: tuba, percussion, posaune u. a.
matthias peuker: schlagzeug, percussion, gesang, bumbass u. a.
stefan graser: klavier, akkordeon, orgel, gesang u. a.
jens bürger: saxofon, gesang u. a.
christian rien: trompete, gesang u. a.
michael winkler: posaune, horn, gesang u. a.
musik ist aus dem bauhaus nicht wegzudenken, und dies vor allem wegen der in den 20er jahren des vorigen jahrhunderts existierenden legendären bauhauskapelle.
aus der engen zusammenarbeit zwischen matthias peuker (musikbüro dresden) und burghard duhm (stiftung bauhaus dessau) entstand die idee, eine solche kapelle neu entstehen zu lassen.
diese ist nun auf gastspielreisen in clubs, theatern, konzertsälen und auf festivals zu hören.
die musik der kapelle, so wie auch die des originals, ist geprägt vom eigenwilligen umgang der spieler mit den unterschiedlichsten musikalischen themen aus jazz, folklore, blues und populären stilen, dem reichhaltigen und z.t. seltenen instrumentarium der band, sowie dem können und witz jedes einzelnen musikers. die lieder der band sind speziell für die nbhk geschrieben, jeder spieler hat eine eigene handschrift in seinen kompositionen.
so wird z.b. in „itten, muche, mazdaznan“ von m. winkler der gleichlautende bauhausgruß aus den 20er jahren zu einem song gemacht, in dem melancholische rumba und wilde polka sich abwechseln. in „diabolo in musica“ beschwört m. peuker mit hilfe eines einzigen tones den teufel in der musik und spinnt daraus einen heißen bebob. ein anderes stück lässt erstmalig in der musikgeschichte new orleans second line beats mit einem bumbass erklingen. „hawaï hai“ greift die populäre musik der 20er jahre des 20. jahrhunderts auf dieser insel auf.
„wir machen uns über eine melodie, egal ob eigen oder schon existierend, her und versehen sie mit dem von uns so genannten ‚bauhauseffekt’ . „ (jens bürger, holzbläser der neuen bauhauskapelle)
veröffentlichung:
cd neue bauhauskapelle „itten muche mazdaznan“ (2007) stormy monday records
"... die neue bauhauskapelle multipliziert eine idee...
... die top dog brass band, inzwischen längst bekannt im land für pfeffriges marching im new orleans stil, hat zuletzt in dessau publikumsträchtige erfolge feiern dürfen. vor dem 1. september 2007 schon und an diesem tage auch. wieder gastierten die dresdner am bauhaus und begingen, nicht ohne augenzwinkern, eine "wiederauferstehung". denn die renommierte institution der moderne besaß vor 80 jahren wirklich eine hauskapelle, sich rekrutierend aus sieben musikern verschiedener länder, variationsreich im stil, offen im visier. banjo, klarinette, cello, piano "erzählten" über folklore und klassik aus russland, ungarn, deutschland, der schweiz. purismus könnte gift gewesen sein. ein "könnte" ist angebracht, denn ton- oder notendokumente aus dieser zeit gibt es keine, nur notizen über besetzung und repertoire.
matthias peuker, initiator verschiedener dresdner blas- und trommelprojekte sowie zeitgenössischer bands (neben top dog u.a. triplex, n.o.o.t.) spinnt zu burghard duhm, einem mitarbeiter der dessauer stiftung bauhaus, einen guten draht. dem bauhaus wieder eine band zu geben .... war eine frage der zeit, der rest eine frage der energie. peuker: "es ging nie um einen zweiten aufguss der historischen kapelle, nie um rekonstruktion ihrer musik, höchstens um gemeinsamkeiten wie den unkonventionellen umgang mit vielfältigem musikalischen material, das reichhaltige instrumentarium und eine eigenwillige bühnenpräsenz." tribut also, hommage. kein trittbrett.
dass der name neue bauhauskapelle auch verfänglichkeiten in sich trägt, dass er einerseits wohliges image und werbung bringen kann, andererseits auch vorwurf und missgunst, muss allen beteiligten klar gewesen sein. unglücklich ist in diesem zusammenhang das wort von der "wiederauferstehung", das in der bandinfo zum projekt fällt. für den, dem augenzwinkern fernliegt.
... peuker: "natürlich haben wir mit kontroversen gerechnet, und wir stehen auch dazu. aber wir halten das bauhaus als institution und die stiftung klar auseinander. das einzige, was wir wollten, war zusammenarbeit."
... besser wäre, es würde in zukunft ausschließlich um musik gehen, denn in der neuen bauhauskapelle schlummern tatsächlich potenzen, die auf der ersten cd anklingen und - im positiven sinne - der ausuferung harren. allein die tatsache, dass alle bandmitglieder komponieren und mit je einem stück vertreten sind, ist eine qualität, die den reiz des projekts ausmacht. so ist peukers "second line" (schön gesungene ,,hey pocky a-way"-version!) im vergleich zu seinen anderen projekten hier nur ein tupfer, wenngleich durch die verwendung des bumbasses veredelt. ergänzt wird das sehr bunte, stimmige bild durch eine stärkere hinwendung zum modern jazz mit eleganten, treibenden läufen riens (trompete) und bürgers (sax) in "neue bauhaus beats" und "dessau blau". peuker selbst bringt hawaii ins spiel, rien in seiner komposition spanish samba. tubist hartmann führt das sextett mit "schlichte neuheit" in die freie radikalität. das titelstück ist eine von posaunist winkler zum wilden polka-feger bearbeitete überlieferung des bauhaus-grußes.
die band hat spielwitz und handwerkliches vermögen für eine spannende zukunft. ... "
andreas körner, dnn, 01.02.2008 |

music is inseparable from the bauhaus, especially due to the legendary bauhauskapelle, that had it’s hey-day during the roaring 20‘s.
and out of the close cooperation between matthias peuker (musikbuero dresden) and burghard duhm (bauhaus dessau foundation) came the idea to a revive the bauhauskapelle.
the neue bauhauskapelle is now playing at events, parties, galas and in clubs, theatres, concert halls, and festivals across the nation and internationally.
the music of the neue bauhauskapelle, as with the original group, is formed by the individual musicians approach to all the various themes out of jazz, folk music, blues, and popular music, as well as the extensive and also sometimes, strange, instrumentation. also the ability, talent and comic of each musician is featured. the songs are exclusively written for the nbhk, and every player shows his own signature in the compositions.
for example, in „itten, muche, mazdaznan“ by m. winkler, the bauhaus greeting from the 1920‘s is made into a song in which a melancholic rumba and a wild polka duel with each other . in „diabolo in musica“, m. peuker calls out the devil in the music with the help of only one tone and develops this into a burning bebop. yet another tune uses, for the first time ever in music history, a bumbass for new orleans second line beats. „hawaï hai“ takes a listen to the popular music of hawaii during the 20‘s of the 20th century.
„ we take any old melody, it doesn’t matter if it’s from us or not, and just add our „bauhaus effect“. no problem.“ (jens bürger, reed player of nbk)
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